Die Porschebahn

Der Anfang

Schienenlose

Berlin 1955

Dortmund 59

Saarbrücken 60

Hamburg 63

Karlsruhe 67

Köln 71

Hamburg 73

Die Porschebahn - eine Chronik in Bildern

Seite noch
im Aufbau

IGA Hamburg 1963

7yor-15k

Amsterdam 75

Impressum

Wenn man ein Thema schriftlich abhandelt, dann hat man normalerweise Bücher, Fahrpläne oder sonstige Schriften wie z. Bsp. Eröffnungsprospekte, auf die man sich stützen kann. Aber über die Hamburger Parkbahn etwas zu finden, ist fast unmöglich, jedenfalls ich habe nur sehr wenig schwarz auf weiß über dieses Verkehrsmittel gefunden. Dieser Artikel ist also eine Sammlung von Erinnerungen von ehem. Mitarbeitern, Bekannten und mir. Wenn Sie. lieber Leser, in diesem Bericht sachliche Fehler finden oder genauere Informationen über die Hamburger Parkbahn haben – ich freue mich über jede Anmerkung. Der Sinn dieses Artikels soll aber sein. vermutlich erstmalig die Geschichte der Parkbahn im Hamburger City-Park zu referieren.

Alle Texte - Auszüge aus den Hamburger Nahverkehrs Nachrichten 1992 und bem Buch: Die Hamburger Schmalspurbahnen von Dirk Oetzmann  ISBN 978 3 923 999 774 und neu erstellte Texte von W. Schöneich   -   Bilder stellten für die “Hamburg-Seiten” zur Verfügung:  Harals Jäkel, Bruno Baresch, Niels Focken, Günther Pater, Günther Merk

 Eröffnet wurde die 600 mm-spurige Porsche-Bahn zur Internationalen Gartenbauausstellung im Jahre 1963 .innerhalb des Parkteils Planten und Blomen. Die Probefahrten  begannen am 11. April 1963, Den Fahrgastbetrieb nahm sie mit der Eröffnung der IGA am 26. April auf. in der ersten Saison wurden bis zum Ende der Ausstellung am  13. Oktober über 150.000 Fahrgäste befördert. Der gut 1,5 km lange – Rundkurs im Parkteil Planten und Blomen wurde ausschließlich gegen den Uhrzeigersinn  befahren. Pro Runde wurden 12 bis 15 Minuten benötigt Es befanden sich  Drei Züge mit je 3Wagen im Einsatz, von denen jeder in jedem der vierachsigen Drehgestellwagen in je fünf Abteilen mit gegenüberliegenden Drei-Personen-Polster-Sitzbänken 30 Personen befördern konnte. Die Züge zeigen die Namen Express l bis 3 und jeder Zug hatte eine andere Farbgebung (hellblau/creme, rosa/creme, gelb/creme) jeweils mit silbergrauen Streifen.

AK HH 1963 IGA blau 2teSerie (3)

Der blaue Zug (linke Postkarte) ist gerade aus dem Bahnhof Rollschuhbahn  ausgefahren. Der blaue Zug ist ein Neubau..

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Der rosa Zug mit cremefarbenem Zierstreifen (nun ohne Cinzano-Werbung) überquert die Eulenburgwiese und fährt am Philippsturm vorbei.                                                                                                                                                                                                                        Foto: Günther Menck

Wie in jener Zeit üblich, erhielt auch Hamburg zur IGA 1963 alsAttraktion für die Besucher parkinterne Verkehrsmittel und zwar sowohl eine Schmalspurbahn auf 600 mm Spurweite, als auch eineLuftseilbahn (Gondelbahn). Für beide Bahnen gab es direkte Vorbilder: 600 mm-Schmalspurbahnen und auch Luftseilbahnen wurden jeweils 1959 zur Bundesgartenschau in Dortmund und 1960 zur Deutsch-Französischen Gartenschau in Saarbrücken in Betrieb genommen. Dritte Fahrattraktion zur IGA 63 waren sogenannte „schienenlose Züge", die vom IGA-Haupteingang Bei den Kirchhöfen am Bf. Dammtor außerhalb des Parkgeländes zu der auf dem Heiligengeistfeld stattfindenden Industrieschau verkehrten. Auch für dieses Verkehrsmittel gab es gesonderte Fahrkarten. Betrachtet man Luftbilder aus dieser Zeit, wurden diese schienenlosenZüge auf der IGA 63 dort abgestellt, wo zuvor der „Planten un Blomen-Express"  seine Runden um den südlich der Tiergartenstraßegelegenen Kinderspielplatz gedreht hatte.

Von der ersten Idee bis zur Betriebsaufnahme  der Parkbahn war es kein leichter Weg  gewesen. Nachdem die  Planungen für die IGA 63. deren Gelände insgesamt die Parkteile Planten un Blomen, Botanischer Garten, Kleine und Große Wallanlagen sowie ferner  Teile des Heiliggeistfeldes und das Messegelände umfasste, konkret geworden waren, stellte die Henry Escher KG am 18. Mai  1962 schließlich den Antrag auf Bau und Betrieb einer „Straßenbahn besonderer Bauart  -  Liliputbahn -  im  Ortslinienverkehr nach BO-Strab"Beantragt war eine  etwa  1,5 km lange Ringstrecke  innerhalb des  Ausstellungsparks  Planten un  Blomen, der damals nur den von den Straßenzügen bei den Kirchhöfen (heute Marseiller Straße), Jungiusstraße (heute  St. Petersburger Straße), Rentzelstraße und Tiergartenstraße  umschlossenen Bereich umfasste, sozusagen als Verbindung  zwischen den vier verschiedenen Zugängen von Planten un Blomen. Neben dem Haupteingang in der Nordostecke des Parks  beim Bf. Dammtor gab es einen solchen im Bereich des heutigenFernsehturins östlich des Orchideencafes. Zudem war der  Messezugang an der Kreuzung Bei den Kirchhöfen /Jungiusstraße IGA-Eingang, von wo man über eine Brücke schnell
zur in Planten  un   Blomen  gelegenen  Seilbahnstation  gelangen  konnte. Dementsprechend hatte man ursprünglich vorgesehen, neben dem  mit zwei jeweils 25,50 Metern langenBahnsteigen ausgestatteten „Abfahrtsbahnhof am Haupteingang" zwei an  Parkwegen  einzurichtende Bedarfshaltestellen zu bedienen, zum einen in der  Nähe des Orchideencafes, zum anderen - auch als Umsteigestation  - in der Nähe der Seilbahn (d. h. bei derer beim damaligen Apothekcrgarten gelegenen Kopfstation).

Ihre technischen  Kenndaten  lauteten:  Spurweite 600 mm. Verwendung neuer Schienen mit einer Höhe von 93mm (18,3  kg/m) in Glcislängen von zwölf Metern, 1,1- 1,2m langeund 12 cm hohe Eichenholzschwellen (imprägniert nach Bundesbahn-Vorschrift) im Abstand von jeweils einem Meter verlegt auf 1,5 m breiter Splittbettung (Kö2). Befestigt waren  die Gleise mit vier Grubenfedernägeln pro Schwelle (System Rüping). Der kleinste Bogenhalbmesser betrug 25 m und alle 200 Meter waren  Abteilungszeichen als Kilometrieruggesetzt. Zur Herstellung wurden pro Meter 100 DM (für etwa 1,6 km Gleisanlage insgesamt  ca.  160.000 DM) zzgl. 70.000 DM für Abstellbahnhof, Doppelgleise, Weichen undBahnhof  etc. veranschlagt. Der  Baubeginn für Gleistrasse und Bahnhof  war für den Spätsommer 1962  vorgesehen.  Als Mindestabstand  zu  Lichtmasten und  anderen  festen Gegenständen waren beidseitig der Fahrzeuge 0,75 m Abstand vorgesehen.

Zum Einsatz sollten auf der Ausstellungskleinbahn während der IGA 63 insgesamt vier jeweils etwa 80.000 DM teure Züge ausLok und je drei Wagen kommen - hergestellt von der Sollinger Hütte in Uslar (siehe auch Kapitel 1.8), wobei zum Zeitpunkt der Antragstellung ein Zug bereits als vorhanden geführt wurde. Angetrieben wurden die Loks durch einen 52 PS starken Porsche-Bootsmotor   mittels    Vergaserkraftstoff   (Benzin)    mit Kraftübertragung durch ein ZF-4 Gang-Synchron-Getriebe.

Die Betriebszeit der IGA-Bahn sollte jeweils von 9 bis 21 Uhr reichen - mit einem 10 Minuten-Takt bei Einsatz von zwei Zügen, der bei starkem Fahrgastandrang entsprechend verdichtet werden konnte. Für eine Runde wurden 12 bis 15 Minuten Fahrzeit veranschlagt. Als Höchstgeschwindigkeit war von ihrem Betreiber wohl ursprünglich etwa 20 km/h angestrebt worden, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 10 km/h. Als Fahrpreise wurden für bis zu zwei Teilstrecken 60 Pfennig für Erwachsene bzw. 30 Pf. für Kinder bzw. für eine Hin- und Rückfahrt 1.20 DM (Erwachsener) bzw. 60 Pf. (Kind) beantragt.

 

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Auszug aus HN 2/1992

Während der IGA'63 wurde eine mit 120 Gondeln bestückte Seilbahn auf 1415 m Streckenlänge betrieben. Nur 40 der Kabinen waren verglast, die übrigen offen. Sie führte vom Kopfpunkt in Planten un Blomen nahe dem Apothekergarten über die Kleinen und Großen Wallanlagen an der Musikhalle vorbei und endete am Kopfpunkt in Höhe des Museums für Hamburgische Geschichte auf dem Heiligengeistfeld. Für eine Seilbahn eher ungewöhnlich war die zweifach »geknickte« Linienführung mittels sogenannter Winketstationen. Außer an den beiden Endpunkten war der Ein- und Ausstieg auch an der Winkelstation II (beim Museum für Hamburgische Geschichte) möglich6). Gegebenenfalls dürfte die Gondelbahn auch den Straßenbahnfans bekannt sein, da ihretwegen am Sievekingplatz für die Straßenbahnfahrleitung am Kreuzungspunkt eine Sondervorrichtung montiert werden mußte.
Während die Seilbahn-Attraktion nach Abschluß der IGA'63 wieder abgebaut wurde, blieb die Parkeisenbahn erhalten und drehte auch in den folgenden Jahren ihre Runden durch Planten un Blomen.  Mit Beginn der IGA73 (27. April) wurde die Parkbahn-Neubaustrecke durch den Botanischen Garten und die Wallanla gen eröffnet. Das war möglich geworden, als die Marseiller  Straße im Zuge des Baues des Congress-Zentrums um 1970

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Auch Heintje Simons fuhr singend  mit der Bahn - hier zum Video

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Mehr Bilder sind nicht bei mir vorhanden. Wer noch Bilder von den Bahn aus 1963 zur Verfügung stellen kann, ich wäre für jedes weitere Bild welches zu dieser Chronik  passt dankbar und würde mich über eine Mail freuen.

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